Schreib-Skills allein machen keinen guten LinkedIn-Ghostwriter

Als ich mich dazu entschlossen habe, LinkedIn Ghostwriterin zu werden ging ich davon aus, dass ich eine Sache brauche, um durchzustarten: Schreib-Skills. 

Check (dachte ich).

Ich habe immer viel und gern geschrieben. Ob im Studium, in der Freizeit oder für meine Kund:innen (damals noch für Newsletter). Schreiben kann ich. Ich schreibe gern, viel und gut. Ich weiß, welche Content-Formate auf LinkedIn gehören, was der Unterschied zwischen Experten- und Personality-Posts ist und wie ein guter LinkedIn-Beitrag aufgebaut sein sollte.

Reicht, um sich LinkedIn-Ghostwriter zu nennen, oder? Nein. 

Gute Schreib-Skills allein machen noch längst keinen guten LinkedIn-Ghostwriter. Ich habe schnell verstanden, dass es mehr erfordert, als nur “gut” (und vor allem “gut für mich”) schreiben zu können. 

Zuerst das Wichtigste und die Basis für jede Zusammenarbeit mit einem Ghostwriter:  Ein guter Ghostwriter muss als allererstes sein Ego hinten anstellen. 

Denn, was ich als guten Text empfinde, ist noch längst nicht das, was mein Kunde braucht und will. Beim Ghostwriting geht es niemals um den Ghostwriter selbst. Es geht darum, die Vision und die Ideen der Kund:innen zum Leben zu erwecken und in guten (LinkedIn)-Content zu packen. Also gehen wir tiefer rein. 

Das sind 5 Dinge, die einen guten LinkedIn-Ghostwriter ausmachen: 

  1. Astreine Kommunikations-Skills:

    Wenn du mich fragst, eines der wichtigsten Skills überhaupt. Ein guter Ghostwriter muss außergewöhnlich gut kommunizieren können. Aber was heißt das konkret? Es fängt nicht damit an, sich verbal und schriftlich effektiv ausdrücken zu können. Es erfordert mehr. Viel wichtiger: Aktiv zuhören. Nonverbale Signale verstehen. Sprache und Tonfall des Gegenübers einordnen und anpassen. Und ja: Ein guter Ghostwriter kann komplexe Sachverhalte einfach erklären, Konversationen lenken, einen Safe Space für den Kunden schaffen und weiß genau, welche Fragen er stellen muss, um die wichtigsten Informationen zu bekommen.

  2. Deine Stimme, nicht meine:

    Ein guter Ghostwriter muss Stimmimitation beherrschen. Im Englischen bekannt als “Voice-mirroring”. Ein guter Ghostwriter schreibt niemals im eigenen Stil, sondern im Stil des Kunden. Die “Stimme” des Kunden muss übernommen werden. 

    Wie gelingt gutes voice-mirroring? 

    Zugegeben, das ist vor allem zu Beginn der Zusammenarbeit immer noch etwas schwierig. Denn Ghostwriter und client müssen sich erstmal annähern. Was mir hilft, sofort den Ton meiner Kund:innen zu treffen: Ich frage, ob sie mir Sprachnachrichten über WhatsApp schicken. Da sollen sie dann einfach drauf los reden und mir erzählen, was sie gerade bewegt, welche Erfolgs-Stories sie teilen möchten. Je lockerer, desto besser. Ich verstehe dann, wie mein Kunde tickt und welchen Ton ich übernehmen kann.

  3. Hervorragende Interview-Fähigkeiten:

    Der Kern meines LinkedIn-Ghostwriting-Contents ist ein langes Personal Branding Interview. Mittlerweile nenne ich es nicht mehr “Strategie-Gespräch”, sondern Interview. Denn genau das ist es: Ein langes, intensives, tiefgehendes Interview. Ich stelle gezielte Fragen und mein Gegenüber antwortet. Alles wird aufgenommen, transkribiert und bei Bedarf immer und immer wieder angehört.  Das Fundament für ein “gutes” Interview: Die richtigen Fragen. Versteht sich von selbst, aber ich musste erstmal lernen, welche Fragen sinnvoll sind. 

    Beispiel:

    Anstatt zu fragen: Was fasziniert dich an deiner Arbeit am Meisten? Frage ich z.B. lieber: Wann hast du das letzte Mal so richtig Zeit und Raum vergessen und warst im flow? Beschreibe den Moment.

    Oder: Wenn Geld keine Rolle spielen würde, was würdest du trotzdem jeden Tag gern tun?

    Diese Fragen “zwingen” die Kund:innen dazu, eine Geschichte zu erzählen. Die kann dann z.B. direkt in LinkedIn-Content umgewandelt werden.

  4. Business Mindset:

    Manchmal erzählen Kund:innen lang und breit von Themen, die ich sofort ausblende, weil sie nicht relevant für die Content-Formate oder für die individuellen LinkedIn-Ziele sind. Ein guter Ghostwriter schafft es, die relevante Geschichte herauszufiltern und diese strategisch zu “übersetzen”. Dazu braucht es ein Business-Mindset. Zumindest für LinkedIn. Es sind keine Tagebuch-Einträge, sondern business-relevante Themen. Und in der Regel wollen Kund:innen über LinkedIn verkaufen. Das erfordert strategisches Denken und Verständnis für Business-Themen.

    Anders ausgedrückt: Der Kunde liefert ungefiltert Inhalte und Gedanken und der Ghostwriter hilft dabei, alles in eine klare, wirksame und strategische Form zu bringen. Immer mit Blick auf die Business-und Unternehmensziele. Die Basis dafür ist ein Business-Mindset und ein tiefes Verständnis für LinkedIn (oder eine andere Plattform, je nach Art des Ghostwritings). 

  5. Empathie:

    Das Oxford Dictionary sagt: “Empathie ist die Bereitschaft und Fähigkeit, sich in die Einstellungen anderer Menschen einzufühlen". Genau das braucht es, wenn du ein guter Ghostwriter sein möchtest. Du musst dich in die Person hineinversetzen und einfühlen. Wenn du mich fragst, ist das ein immer noch unterschätzter Skill beim Ghostwriting. Ein guter Ghostwriter hat eine extrem hohe emotionale Intelligenz. Ich weiß z.B., dass das erste Interview ein sehr sensibler Teil der Zusammenarbeit ist und dass das Vertrauen, was mir geschenkt wird, niemals missbraucht werden sollte.

    Außerdem ist mir immer wichtig, einfühlsam und empathisch auf die Geschichte meines Gegenübers zu reagieren.

Wie du siehst: Die Schreib-Skills sind das Mindeste, was ein guter Ghostwriter mitbringen sollte. 

Wer nur schreiben kann, ist Texter. Wer die Person hinter dem Text wirklich versteht, ihr Vertrauen verdient und ihre Stimme transportiert, der ist Ghostwriter. Ein guter Ghostwriter noch dazu :). 

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Danke fürs Lesen💗.

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